Ausblick

Was brauchen wir in Zukunft, um das Potenzial von„KI@Mobility“ voll nutzen zu können?

Der Mobilitätssektor ist in besonderer Weise prädestiniertfür KI-Anwendungen. KI kann in allen Bereichen der Mobilität fürInnovationsschübe bzw. Disruptionen sorgen. Sie kann einen wichtigen Beitragleisten, Grenzen zwischen Verkehrsträgern zu überwinden. Unter den Anwendungsfällenfinden sich sowohl mobilitätsspezifische, als auch sektorübergreifende BestPractices.

Mobilitätsspezifische KI Anwendung finden sich besondershäufig beim Fahren selbst (autonomes Fahren, Koordination zwischen Fahrzeugenund Infrastruktur, auch Logistik-Produktionsprozesse = Robotik), bei der Echtzeit-Verkehrssteuerung und bei der Planung/Disposition (Digitale Informationsplattformen,Prognosetools).

Sektorübergreifende Anwendungsfälle gibt esunter anderem im Bereich der Instandhaltung (=Predictive Maintenance durchSensorik, und Video- Bild und Tonanalyse etc.) und lernfähigerKundendialog-Formate.

Beide Anwendungstypen haben gemeinsam, dass die dort zumEinsatz kommende Künstliche Intelligenz Mobilität intelligenter macht.

Künstliche Intelligenz fügt den bisherigen Ideen und Konzepten[Link zur Roadmap] eine interessante neue Dimension hinzu. KI@mobility wirkt hier als Verstärker der Ansätze aus der Roadmap Intelligente Mobilität.  Deshalb bietet es sich an, die siebenHandlungsfelder der Roadmap zu nutzen, um Handlungsempfehlungen und Maßnahmen zu identifizieren, damit die Potenziale von KI@Mobility bestmöglich genutzt werden können. Den folgenden Handlungsfeldern kommt dabei eine besondereBedeutung zu:

Handlungsfeld - Rechtlich Regulatorischer Rahmen

 Klaren Rahmen für KI@Mobility schaffen

KI weist Besonderheiten auf, die es im Detail zu beachten gibt. So steht häufig im Fokus, dass KI-Anwendungen autonom Entscheidungen treffen, die sich im Zeitablauf ändern können und die ex ante nichtvorhersehbar sind. Dies stellt bestehende Konventionen im Bereich derStandardisierung und Zertifizierung in Frage: Unter welchen Bedingungen kann eine Anwendung zugelassen werden, deren „Verhalten“ nicht vorhersehbar ist?Diese Problematik ist im Kontext von Fehlentscheidungen automatisierterFahrzeuge bekannt. Sie veranschaulicht die Wichtigkeit klarer Regeln fürKI-Technologie besonders im Hinblick auf ethisches Handeln. Eine solche transparente Regelung des Verhaltens von KI unterstützt die gesellschaftlicheAkzeptanz dieser Technologie und schafft die Voraussetzung für eine breiteAnwendung in Zukunft. Eine Weiterführung der Ethikkommission zum automatisierten Fahren mit speziellem Fokus auf Künstliche Intelligenz ist dafür eine geeignete Maßnahme. Gleichzeitig könnte eine allgemeine ex-ante-Regulierung kaum abschätzbare Nebenwirkungen in viele technologische und wirtschaftliche Bereiche hinein haben. Der bestehende Rechtsrahmen sollte aufgrund möglicher neuer Anforderungen – etwa an die Cyber- undInformationssicherheit oder an das Wettbewerbsrecht – weiterentwickelt werden.Wo sich bei bestimmten Einsatzszenarien Regulierungsbedarf abzeichnet, sollte geprüft werden, ob dieser sektor- oder kontextspezifisch in den entsprechendenSpezialgesetzen abgebildet werden.

Öffentliche Förderung

Dezidierte Förderung für KI@Mobility

Die Förderung der Entwicklung und Umsetzung vonKI-Technologien muss anwendungsbezogen und übergreifend erfolgen. Eine Trennungvom von Forschungs- und Wirtschaftsförderung scheint besonders vor demHintergrund des querschnittlichen Charakters von KI im Bereich der Mobilität nichtzielführend, denn KI entfaltet ihre Wirkung entlang von Wertschöpfungketten. NeueKonezpte entstehen nicht mehr nur in der Forschung. Vielmehr sind auch alleArten und Größen von Unternehmen zu berücksichtigen, denn mobilitätsspezifischeKI-Innovationen entstehen ebenso in Startups, in KMU sowie in Konzernen undGroßunternehmen.Eine spezifische Herausforderung für KI im Bereich derMobilität und in allen anderen Anwendungsfeldern liegt in der benötigten Rechenleistung.Die Anforderungen an herkömmliche Computer werden mit der Verarbeitung KI-spezifischnotwendiger Datenmengen immer weiter steigen. Eine vielversprechendeEntwicklung sind Quanten-Computer, die theoretisch ein Vielfaches derRechenkapazität klassischer Computer aufweisen. Wenn Deutschland eineSpitzenposition bei KI im Bereich der Mobilität erreichen will, muss das für2019 angekündigte EU-Förderprogramm zu Quanten-Computing durch nationaleMaßnahmen flankiert und strategisch mit eigenen KI-Programmen verknüpft werden.

Rechtlich Regulatorischer Rahmen

Übergreifendes Kompetenz- und Forschungszentrum KI@Mobility

Im Eckpunktepapier KI der Bundesregierung heißt es: „Wir werden die KI-Forschung in Deutschland deutlich ausbauen. Dazu dienen die Förderung weiterer Kompetenzzentren zum maschinellen Lernen und ihre Vernetzung mit den bestehenden Zentren und Forschungseinrichtungen von Bund und Ländern zu KI und Big Data im Rahmen des Aufbaus eines nationalen Forschungskonsortiums. Dabei gilt der Grundsatz, dass Vielfalt in der Forschung die Voraussetzung für spätere Vielfalt am Markt ist.“ Solche Kompetenzzentren im KI-Bereich sollten auch branchenspezifische Anforderungen berücksichtigen. Speziell für intelligente Mobilität gelten besondere Rahmenbedingungen für KI z. B. in den Bereichen Redundanz, Ethik, Sicherheit und Nutzerakzeptanz. Vor diesem Hintergrund ist ein Kompetenzzentrum „KI@Mobility“ sinnvoll. Dieses Kompetenzzentrum ist zugleich Vernetzungs- und Kollaborationsplattform für Wissenschaft, Unternehmen und Politik und trägt damit zur Weiterentwicklung intelligenter Mobilität bei.

Gesellschaftlicher Nutzen

Der Erfolg eines intelligenten Mobilitätssystems hängt von dessen gesellschaftlicher Akzeptanz ab. Eine Argumentation, welche die Vorteile Intelligenter Mobilität gegenüber allen Akteuren klar kommuniziert und Vertrauen aufbaut, spielt eine wichtige Rolle.